CSV im Dienst unserer Familien

Foto: Fernand Weiler
Prof. Dr. Michael-Sebastian Honig

Das war das Thema am 26.März 2011 in der ARCA in Bartringen. Der Bezirk Zentrum und die  lokale  Sektion Bartringen organisierten ein überregionales Seminar über die Bedeutung der Familie in der heutigen Gesellschaft. Was ist uns die Familie  heute noch wert?  Welche Rolle spielt die Familie bei der Entwicklung unserer Kinder? Können Betreuungsstrukturen die Familie ersetzen? Dies waren die Fragen, die sehr offen und engagiert diskutiert wurden.
Prof. Dr. Michael-Sebastian Honig von der Uni Luxemburg forscht und lehrt auf diesem Fachgebiet. Ausgehend von statistischen Betrachtungen spannte sein Referat „Erziehungsauftrag der Familie und die Rolle der Betreuungsstrukturen“  einen Bogen zwischen diesen beiden Polen und setzt einen Akzent auf die wesentliche Frage: Was brauchen eigentlich die Kinder?  Er schloss sein Referat mit drei Aussagen dazu:
Aussage 1

  • Was Kinder brauchen, ist nicht allgemein, sondern nur individuell zu sagen. Drei Minimalvoraussetzungen lassen sich aber festhalten:
  • Kinder brauchen verlässliche, enttäuschungsresistente Beziehungen, die auf Respekt beruhen;
  • Kinder brauchen phantasievolle Unterstützung bei der eigentätigen Welterkundung;
  • Kinder brauchen eine anregende, auf die Bildungsbedürfnisse der Kinder vorbereitete Umwelt.

Aussage 2

  • Familien sind die wichtigste Umwelt für Kinder – zumal der kleinen Kinder. Aber Familie wird auf sehr unterschiedliche Weise gelebt. Familienpolitik sollte Eltern unterstützen, ihre Vorstellungen von einem Leben mit Kindern realisieren zu können

Aussage 3

  • Eltern erwarten von Betreuungsstrukturen, dass sie nicht lediglich die Kinder aufbewahren, solange sie sich nicht selbst um ihre Kinder kümmern können, sondern dass sie ihren Kindern eine materiell gut ausgestattete, konzeptionell durchdachte, professionell praktizierte Bildungswelt bieten.

In einer lebhaften Diskussion wurden Zeugenberichte von unterschiedlichen  Familienmodellen dargestellt. Bei allen Betrachtungen muss aber unbedingt das Wohl der Kinder im Mittelpunkt stehen. Eine qualifizierte, beziehungsorientierte Betreuung ist unerlässlich für die positive Entwicklung eines Kindes. Hier muss man sich fragen, ob die heutigen Betreuungsstrukturen dies überhaupt leisten können, vor allem wenn man das Verhältnis von qualifizierten Erziehern zu der Anzahl der zu betreuenden Kinder betrachtet. Den Eltern muss die Wahl bleiben, ob sie  sich selber um ihre Kinder kümmern wollen. Der Elternteil der  sich (zeitweise ) für die Erziehung der Kinder entscheidet muss von der Gesellschaft genau so anerkannt und abgesichert sein, wie der Elternteil, der weiterhin seinen Beruf ohne Unterbrechung ausübt. Ohne die Eltern aktiv mit in Betreuungsstrukturen und Schule einzubinden bleibt ein Erziehungsauftrag ungewiss. In England wurden bereits vor 20 Jahren mit enorm vielen Geld Betreuungsstrukturen aufgebaut. Heute stellt man fest, dass dieses Modell  gänzlich gescheitert ist. Erst durch eine Kursänderung unter Einbindung der Familien und durch Aufbau familienunterstützender Maßnahmen verbesserte sich die Situation.
Wir Gemeindepolitiker haben die Aufgabe, Familien und ihre Kinder zu unterstützen, ihnen den Freiraum für ihre Entscheidungen zu überlassen und die Rahmenbedingungen für unterschiedliche Modelle zu schaffen, ohne die Bedürfnisse und das Wohl der Kinder aus den Augen zu verlieren.

CSV besucht Tanklager

Die Firmen Q8, Shell und Esso betreiben zwischen Bartringen und Strassen, am Rande der Industriezone Bourmicht, 24 Tanks mit Mineralölprodukten. Viel wird über die Gefahren und  die Folgen von Zwischenfällen an den Tanklagern  diskutiert. Das war der Grund für einen Besuch der CSV-Sektionen Bartringen und Strassen bei der Mineralölfirma Q8. Da ein Tanklager  eine sicherheitsrelevante Anlage ist, war die Besucherzahl limitiert, so dass leider nicht alle interessierten Mitglieder teilnehmen konnten.  Wir wollten uns an Ort und Stelle von fachkompetentem Personal informieren lassen, um uns so ein besseres Urteil über das Thema Tanklager bilden zu können.  Während eines lebhaften Austausches  stand uns Herr Philippe Vanoutryve, verantwortlich für  Sicherheit, Instandhaltung und Depot-Organisation, fast 3 Stunden Rede und Antwort über den Umgang mit Treibstoffen  und allen Sicherheitsvorkehrungen am Tanklager Bartringen.

Lesen Sie den ganzen Beitrag unseres Gemeinderates Carlo Lux:

Q8 Besuch 12-11-2010-b

Achtung: Schulden!

Unsere Gemeinde wurde vielerorts als eine der reichsten Gemeinden des Landes angesehen. Diese Behauptung stimmt seit geraumer Zeit nicht mehr.

Viele Gemeinden, insbesondere Gemeinden die rund um die Stadt Luxemburg liegen und vom wirtschaftlichen Wachstum in den vergangenen Jahren profitieren konnten, haben Reserven angelegt.

Die Gemeinde Bartringen hat jedoch alle Reserven verbraucht und darüber hinaus quasi jedes Jahr noch neue Schulden angehäuft, so auch für 2010, wo eine weitere Neuverschuldung eingeplant ist.

Die meisten Schulden wurden auch nicht auf kurze Dauer gemacht, um so wichtige und notwendige Projekte kurzfristig zu finanzieren. Fast alle Kredite wurden auf 20 Jahre aufgenommen und werden so die Kasse unserer Gemeinde über Jahre hin belasten Die Schulden von heute müssen morgen abbezahlt werden, Geld was dann fehlen wird um notwendige Investitionen zu tätigen.

Noch sind die Zinsen günstig, aber wer kann heute schon wissen, wie die Zinsbelastung sich in den kommenden Jahren auf das Budget der Gemeinde auswirken kann. Ein gewagtes Unterfangen!

31.12.2009:

20,58 Mio. : 6580 Einwohner = 3.128,11 €

31.12.2010:

25,64 Mio. : 6680 Einwohner = 3.838,32 €

Die Schulden pro Einwohner haben sich seit 2004 vervierfacht!

Da jedes Jahr ein Teil des geliehenen Kapitals zurückbezahlt werden muss, wird die Gemeinde voraussichtlich (Haushaltvorgabe 2010) Ende 2010 über 25 Millionen Euro Schulden angehäuft haben – zur Erinnerung: grob eine Milliarde Franken.

Im Haushalt 2010 sind Kapitalrückzahlungen von 1.113.299,94 € vorgesehen. Da der Kredit über 5.000.000 € des Jahres 2007 integral mit Zinsen 2012 zurückgezahlt werden muss, ist dieser hier nicht einmal berücksichtigt.

Im selben Haushalt 2010 sind Zinsen von 268.522,41 € vorgesehen. Auch dieser Betrag beinhaltet die Zinsen des Darlehens über 5 Millionen Euro aus dem Jahr 2007 nicht.

Im Haushalt 2000 standen:

10.809.573,70 € Einnahmen im ordinären Haushalt

7.215.495 € Ausgaben im ordinären Haushalt

Im Haushalt 2005 standen:

15.544.878,81 € Einnahmen im ordinären Haushalt, demnach + 43,81 %

12.205.940,22 € Ausgaben im ordinären Haushalt, demnach + 69,16%, gegenüber 2000; die Ausgaben steigen also proportional viel schneller als die Einnahmen.

Im Haushalt 2010 stehen:

22.086.139,82 € Einnahmen im ordinären Haushalt, +42,08% gegenüber 2005

17.754.696,06 € Ausgaben im ordinären Haushalt, + 45,46% gegenüber 2005

Auch hier steigen die Ausgaben schneller als die Einnahmen, obschon die Einnahmen dank dem wirtschaftlichen Wachstum in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich waren.

Der Schöffenrat sollte demnach in Zukunft versuchen die Ausgaben im ordinären Haushalt nicht all zu schnell anwachsen zu lassen. In diesen Zeiten ist eine langfristige Perspektive geboten.

Aber auch der extraordinäre Haushalt weist dieses Jahr Zahlen auf, die der Opposition und sicherlich den meisten Bürgen bis dahin unbekannt waren.

Nachdem bis Ende des laufenden Jahres 16.235.000 € in das Schwimmbad investiert wurden, immerhin 2.467 € pro Bartringer Einwohner bei 6580 Einwohnern, werden jetzt die Zahlen bekannt, die das Schwimmbad im kommenden Jahr bei normalem Betrieb kosten wird.

Für das Jahr 2010 sind 1.200.000 € im ordinären Haushalt und 700.000 € im extraordinären Haushalt eingeschrieben, insgesamt also 1.900.000 €, die die Gemeinde Bartringen ins Syndikat Les Thermes zahlen muss.

Bei 6680 Einwohnern sind dies 284,43 € pro Bartringer Bürger. Derselbe Betrag wird von der Gemeinde Strassen aufgebracht werden müssen.

War das so geplant? Wurde uns das Projekt so vorgestellt? Wird das jetzt jedes Jahr so sein? Warum verhindert die absolute DP-Majorität, dass zumindest einer der 4 Bartringer Vertreter im Vorstand des Syndikats aus den Reihen der Oppositionsparteien kommt?

Es gibt eine weitere interessante Zahl im Haushalt 2010. Das Shared Space Projekt, über dessen Sinn und Zweck Sie an anderer Stelle in dieser Ausgabe des OP DE PUNKT lesen können, steht im Haushalt mit 5.995.395,70 €. Der Gemeinderat hat diesem Projekt bis jetzt nicht zugestimmt. Zusätzlich steht die Einführung der Zone 30 mit 296.719,41 € im Haushalt 2010. Ist das Shared Space Projekt wirklich nötig? Bringt es außer Kosten auch Verbesserungen? Ist es gerade jetzt bei voraussichtlich weniger Einnahmen in den kommenden Jahren die richtige Entscheidung dieses Projekt so durchzuführen?

Mit Verlaub, Herr Bürgermeister, so können Sie die Gemeinde nicht weiter verschulden.

Marc Rauchs

Marc Rauchs

Die CSV für ein günstiges Bauen in Bartringen !

Wie allgemein bekannt hat sich die CSV Bartringen bereits in ihrem Wahlprogramm 2005 für das Angebot eines erschwinglichen  Wohnungsbaus ausgesprochen. Deshalb haben wir CSV-Ratsmitglieder für das Projekt „Rilspert“ gestimmt. Das heißt nicht, dass das vom Schöffenrat vorgestellte Projekt all unseren Vorstellungen entspricht. Wir wollen  aktiv am Ball bleiben und unsere Sicht der Dinge mit in die Diskussion bringen.

Der Kauf  dieser Grundstücke durch die Gemeinde war eine gute Idee, doch mussten davon 25,5 Ar an Baumeister abgegeben werden.  Die Gründe hierfür sind wohlbekannt! Der Wert dieses Teilstücks beläuft sich auf  1´500´000.- €. Dankend gibt Baumeister von ´seinem Grundstück´ wieder für Grünflächen an die Gemeinde zurück. Wer die Infrastruktur (Zugangswege,  Wasser- und  Kanalanschluss, Strom  usw) nun bezahlt, müsste genauer unter die Lupe genommen werden. In der neuen Siedlung „Rilspert“ wird eine sehr begrünte, mit zwei  Wasserflächen  aufgelockerte Wohnlandschaft entstehen. Wir begrüßen, dass man eine hohe Wohnqualität anstrebt, nur zu welchem Preis?   Nur 23 Wohneinheiten und die noch zu entwerfenden Wohnblöcke sind eigentlich bloß ein Tropfen  auf den heißen Stein, dazu sind direkt anschließend  an die ausgewiesenen Grundstücke ausgedehnte Grünflächen vorhanden. Teuer werden die Wohneinheiten also werden. Wie teuer, ist eine gute Frage! Leider liegt uns kein einziger Entwurf des Architekten vor, wie so ein Haus aussehen soll.  Nur der vom Architekten vorgeschlagene Häusertyp darf gebaut werden,  nur seine vorgeschriebenen Materialien können eingesetzt werden.  Die Keller von einem Häuserblock (zwei oder drei Häuser) müssen zeitgleich gebaut werden, eine freie Wahl der Baufirma für diesen Teil des Hauses ist also nicht möglich. Kann  nun ein Bauunternehmen auf dem Keller eines anderen weiterbauen?  Das Unternehmen, welches den Keller gebaut hat und bereits auf der Baustelle eingerichtet ist, hat somit einen nicht zu vernachlässigenden Preisvorteil. Außerdem stellt sich die Frage, ob die Kellerbodenplatten und die Kellerwände schalltechnisch ausreichend isoliert werden oder ob bloß die billige Lösung ohne Schallschutz zum Tragen kommt? Hierzu liegen keine Angaben vor.

Haben wir aus den Erfahrungen in  Eechels nichts gelernt? Bei jungen Familien, die wir hier gerne sehen würden, ändert sich die Familienstruktur schnell,  Kinder werden geboren, Anpassungen sind gefragt. In dem jetzt vorliegenden Projekt ist eine Flexibilität bereits beim Konzept wie auch für die nächsten 10 Jahre nicht möglich,  schade!

Wir von der CSV hätten eine dichtere und damit preiswertere Bauweise geplant und ein offeneres Konzept mit mehr Freiraum zum Gestalten vorgeschlagen,  freie Wahl des Architekten und des Unternehmers,  möglichst eine Kombination aus  jungem und altengerechtem Wohnen.

Für viele ist es bereits zu spät: Viele bisher im Ort aktive junge Leute sind bereits in benachbarte Gemeinden, ins Ösling oder sogar in den Trierer Raum gezogen, weil sie nicht mehr damit rechnen konnten, hier in ihrem Heimatort ein Bauprojekt realisieren zu können.

 

Carlo Lux

Carlo Lux

Quo vadis, “Shared Space”?

Ein Gespenst geht um in der Gemeinde Bartringen: der gemeinsame Verkehrsraum, im modernen Wortlaut “Shared Space” genannt, ist seit vielen Monaten ein konkretes Vorhaben des Gemeinderates und hat bei den Bewohnern bereits für mancherlei Gesprächststoff gesorgt. Im eben vorgelegten Gemeindehaushalt für das Jahr 2010 erscheint das Projekt als quasi beschlossene, kostenintensive Position.

Es stellt sich allerdings die Frage, ob die zunächst so verlockend anmutenden Vorteile denn wirklich solche sind. Auf den ersten Blick muss man die erheblichen Kosten, die für den Umbau und die anschließende Instandhaltung das neuen Verkehrsraumes anfallen, kritisch betrachten und fragen, ob sie die eventuellen Einsparungen nicht übertreffen und dementsprechend gerechtfertigt sind. Denn rund sechs Millionen Euro werden für die kommenden Jahre veranschlagt.

Weiterhin muss befürchtet werden, dass die zur Erhöhung der Sicherheit bestimmte Verunsicherung bei verschiedenen Personengruppen ein solches Ausmaß anzunehmen droht, dass sie den Verkehrsraum vollständig meiden könnten. Man denke an Kinder, ältere Menschen und Behinderte (insbesondere Sehbehinderte), die aus Angst vor den Gefahren der gemeinsamen Verkehrszone nicht mehr vor ihre Haustür treten, was letztlich in die soziale Isolation führen kann.

Insbesondere an den Schnittstellen zwischen “normalem” Verkehrsraum und “Shared Space” ist die Gefahr von Unfällen als erhöht anzusehen. Da es sich bei Bartringen um eine grenznahe Gemeinde handelt, die von vielen Reisenden und Grenzgängern, denen dieses Konzept nicht geläufig ist, durchfahren wird, ist die Gefahr von Unfällen infolge der Irritation dieser “unkundigen” Autofahrer stets gegeben.

Hat sich “Shared Space” eigentlich bewährt? Konnte in den europäischen Gemeinden, die das Konzept seit 2001 anwenden, eine signifikante Reduzierung der Unfallzahlen beobachtet werden? Die Studienlage hierzu ist keineswegs eindeutig, unabhängigen Untersuchungen des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft zufolge blieben die Unfallzahlen nach den Umbaumaßnahmen auf gleichem Niveau.

Wieso also sollte dieses kostenträchtige Konzept, mit all seinen offenkundigen Schwächen, in wirtschaftlich schwierigen Zeiten umgesetzt werden? Darf hier politischer Aktivismus vor dem Hintergrund anstehender Kommunalwahlen vermutet werden?

Die Idee, den Verkehrsraum im Zentrum von Bartringen, insbesondere während der Stosszeiten, zu beruhigen, ist richtig und unterstützenswert. Dies kann jedoch mit deutlich weniger exotischen und vor allem weniger teuren Maßnahmen mindestens genauso effizient erreicht werden. Das Einführen von 30er Zonen während Tageszeiten mit erhöhtem Fußgängeraufkommen (e.g. Schulbeginn, Mittagspause, Schulende) sowie vermehrte Polizeikontrollen während derselben wäre der Einführung eines als experimentell einzustufenden Konzeptes unbedingt vorzuziehen. Unter dem Licht der aufgeführten Argumente sollte der Gemeinderat die Einführung des “Shared Space” kritisch überdenken und die naheliegenden Schlussfolgerungen ziehen.

Philippe Wilmes

Philippe Wilmes